filznickl.com

C. W. Bauer Release

18.12.2009

Christoph W. Bauer präsentiert am 19. Dezember ab 14 Uhr im Rahmen einer Signierstunde in der Wagnerschen Buchhandlung seinen aktuellen Roman „Der Buchdrucker der Medici“. Win a book!


Wenn Leben und Literatur sich auch mit der Stadt vereinen, in der ein Schriftsteller wirkt, entsteht ein künstlerischer Kosmos, dessen Faszinationskraft im Falle Christoph W. Bauers weit über die Stadtgrenzen zu begeistern vermag. Seit mittlerweile zehn Jahren ist er ein fixer Bestandteil des Innsbrucker Literaturlebens. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit ist C.W. Bauer auch sonst im Kulturbetrieb sehr umtriebig – er leitet Schreibwerkstätten, Lyrik Workshops und ist Referent am Pädagogischen Institut.

Begonnen hat C.W. Bauer mit dem denkbar schwierigsten literarischen Broterwerb: seine ersten drei Bücher widmete er der Lyrik. Vor zehn Jahren debütierte er mit dem Gedichtband »wege verzweigt« (Haymon, 1999). Melancholie durchdringt C.W. Bauers Lyrik, die aber dennoch am Ende von einer Gelassenheit begleitet wird [»… wo ich kräftig / gebeutelt zerzaust (nicht gerupft!) / und mein schauen ohne müh…«].

In den letzten Jahren entstanden seine mittlerweile berühmten Prosawerke über die Stadt Innsbruck. In seinem Bestseller »Im Alphabet der Häuser« (Haymon, 2007) erzählt C.W. Bauer von Innsbrucker Häusern und den Geschichten ihrer Bewohner – vom Mittelalter bis weit ins 20. Jahrhundert. Dieses bunte Treiben ist kein historischer Roman im klassischen Sinn, in dem große Helden der Geschichte zu Wort kommen. Vielmehr erzählt C.W. Bauer Geschichten von Innsbrucker Bürgerinnen und Bürger, die ansonsten in der Geschichtsschreibung unerkannt bleiben.

Ähnlich verfährt er auch in »Graubart Boulevard« (Haymon, 2008). Graubart ist mehr als nur ein Name in der zugeschütteten Geschäftsgeschichte Innsbrucks. C.W. Bauer richtet in seinem berührenden Zeitdokument die Aufmerksamkeit auf die Verbrechen während der Reichskristallnacht in Innsbruck und erzählt ausgehend vom Mord an Richard Graubart jüdische Geschichte, die auch in Tirol bis heute von vielen verdrängt werden will.

In seinem neuesten Buch »Der Buchdrucker der Medici« (Haymon, 2009) widmet sich C.W. Bauer einem weiteren faszinierenden Kapitel der Geschichte von Innsbruck als Ort der Literatur. Er erzählt die Geschichte des Buchdruckers Michael Wagner und somit mehr als drei Jahrhunderte der Geschichte des Büchermachens und des Buches in Innsbruck.


Was begründet für einen Kärntner eine derartige Hingabe zu Innsbruck als Ort der Literatur?

Ich wurde in Kärnten lediglich geboren und bin in Lienz und Kirchberg aufgewachsen. Mein Verhältnis zu  Innsbruck ist eine über die Jahre hinweg gewachsene Liebe, die ich nicht immer so empfunden habe. Dazu waren Jahre nötig, aber ich empfinde die Vorteile der Stadt und des Umfelds der Stadt als enorm. Das ist etwas sehr Schönes.

Ich finde es im Zeitalter der Vernetzung absurd zu glauben man hätte keine Beziehung zur Außenwelt. Natürlich ist Innsbruck ein Ort der Literatur! Literatur kommt immer aber auch aus den Randbezirken, von der Peripherie. Die Frage nach Provinz und Hauptstadt ergibt sich für mich nicht. Wer sich diese Frage stellt, ist provinziell.

Welche Möglichkeiten gibt es zu einer weiteren, noch besseren Aufarbeitung der Vergangenheit? Kann Literatur dabei hilfreich sein?

Literatur kann hier sicher eine unterstützende Rolle spielen. Andererseits ist auch anzuraten, die Publikationen aus dem Institut für Zeitgeschichte zu lesen. Da gibt es viele Publikationen dazu – die Geschichte Innsbrucks ist sehr gut aufgearbeitet. Es mangelt nur manchmal am Interesse. Die Geschichte in »Graubart Boulevard« ist exemplarisch und indem man den Fokus auf eine Person, eine Stadt, ein Verbrechen richtet, bekommt man eine andere Dimension. Es geschah nicht in Polen, Wien oder anderswo. Sondern hier, vor Ort. Das ist auch meinem Geschichtsbewusstsein aus der Schule fremd gewesen. Besonderer Dank gilt hier Vera Graubart und ihrem Cousin Michael Graubart für die Erlaubnis die Geschichte ihrer Familie aufzuarbeiten und für ihre große Unterstützung bei der Recherche.

Hat es bei Lesungen auch inhaltlich betrachtet Reaktionen negativer Natur gegeben?

Es gab vereinzelt Stimmen, die meinten: warum schon wieder ein Buch über einen Juden? Was aber grundlegend an den Reaktionen bemerkenswert war: ich habe gemerkt, wie sehr der Name Graubart in der Stadt verankert war.

Wird es weitere Bücher zum Thema Geschichte/Zeitgeschichte geben?

Mein neuestes Buch über den Buchdrucker Michael Wagner ist mir ein persönliches Anliegen. Ich lebe von der Buchdruckkunst. Die Geschichte des Buchhandels und wie er sich über die Jahrhunderte entwickelt hat ist für mich etwas unglaublich Faszinierendes. Wie schon im Alphabet der Häuser oder in »Graubart Boulevard« kommentiere ich aber nicht. Das überlasse ich den Leserinnen und Lesern. Es gibt schon Ideen für weitere Bücher mit geschichtlichem Hintergrund, allerdings möchte ich nach »Der Buchdrucker der Medici« auch wieder Lyrik publizieren.


Danke für das Gespräch.
Das Interview führte die Stadtbücherei Innsbruck.

Mehr über C.W. Bauer auf www.cewebe.com





* SMS BUCH GEWINNSPIEL *
Wir verlosen C. W. Bauer Bücher. So bist du dabei, sende einfach eine SMS und mit etwas Glück ...



3 x Bücher „DER BUCHDRUCKER DER MEDICI“ von C. W. Bauer zu gewinnen!


Sende deine SMS mit dem Text: VAMOZ, MEDICI, DEIN NAME, DEINE EMAIL an 0901 050 040. Aus Deutschland sende an 83669. Einsendeschluss: 01. Feber 2009, Rechtsweg ausgeschlossen, keine Barablöse; (Ö 50cent; D 99cent)





Autor: Stadtbücherei Innsbruck
Fotos: Haymon Verlag